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Strommessung für Mieter — ohne Eingriff in die Elektrik

Zu den Zahlen: Die genannten Einsparwerte sind Orientierungsgrößen aus Herstellerangaben und Verbraucherportalen. Was Sie tatsächlich sparen, hängt von Gebäude, Heizverhalten und Ausgangslage ab.

Was darf ich als Mieter messen? Welche Geräte sind rechtlich sauber? Checkliste und Tipps zur Nebenkosten-Kontrolle.

Aktualisiert: Juli 2026 / Rechtssicher für Mieter

Welche Messgeräte Mieter ohne Genehmigung einsetzen dürfen

Als Mieter haben Sie völlig legale Möglichkeiten, Ihren Stromverbrauch zu tracken und Stromfresser zu finden – ohne den Vermieter um Genehmigung zu fragen und ohne Elektroinstallationen zu verändern.

Das ist erlaubt: Steckdosen-Zwischenzähler (der Klassiker: Brennenstuhl PM 231 E). Smart Plugs mit Messfunktion (etwa Shelly Plug M Gen3 oder AVM FRITZ!DECT 210). Tragbare Powerstations mit integrierter Messfunktion. Zeitschaltsteckdosen (um Geräte automatisch abzuschalten).

Das ist nicht erlaubt: Änderungen am Hauptzähler oder der Elektroinstallation. Montagen an Wänden, Decke oder Böden. Durchbohrungen oder Kabelverlegungen ohne Genehmigung. Einbau von Geräten im Zählerschrank.

Die Faustregel: Wenn Sie es einfach wieder ausbauen können und keine Spuren hinterlassen, ist es erlaubt. Ein Zwischenzähler in die Steckdose zu stecken ist völlig ungefährlich und rechtlich einwandfrei.

Zwischenzähler vs. Smart Plug: Was ist für Mieter besser?

Beide haben Vorteile. Zwischenzähler sind günstiger (unteres Preissegment) und brauchen kein WLAN – Sie sehen die Messwerte direkt auf dem Gerät. Sie sind perfekt, um schnell zu prüfen, wie viel ein einzelnes Gerät kostet.

Smart Plugs (günstiges bis gehobenes Preissegment, je nach Marke) können zusätzlich Geräte abschalten. Das ist praktisch für Stromfresser wie: Espressomaschine (oft vergessen, verbraucht 1.200 Watt), Spielekonsole (5 bis 10 Watt Standby), großer Fernseher (5 bis 10 Watt Standby). Mit einem Smart Plug können Sie diese Geräte auf Zeitplan abschalten – das spart real Geld.

Empfehlung für Mieter: Anfangs einen günstigen Zwischenzähler zum Erkunden. Dann ein bis zwei Smart Plugs für die größten Stromfresser kaufen. Zusammen bleiben beide im günstigen Preissegment und sparen oft 50 bis 100 Euro pro Jahr.

Top 3 Strommessgeräte ohne Installation

1. Brennenstuhl PM 231 E — Der Klassiker für Mieter

Der beste Einstieg: günstig, robust und zuverlässig. Sie brauchen keine Installationen, keinen WLAN-Zugang, kein Handy-App-Wissen. Einfach einstecken, ablesen, fertig.

Top für Mieter
Brennenstuhl Primera-Line Energiemessgerät PM 231 E (Strommessgerät/Stromzähler Steckdose mit erhöhtem Berührungsschutz, Energiekostengerät mit 2 individuell einstellbaren Stromtarifen)

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+ Günstig (Einstiegssegment)
+ Keine Installation nötig
+ Große, gut lesbare Display
+ Zwei einstellbare Stromtarife
– Kein WLAN oder App
– Keine automatische Abschaltung
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Das Display ist groß genug, um auch aus Entfernung lesbar zu sein. Mit zwei programmierbaren Stromtarifen können Sie sogar die genauen Kosten berechnen – besonders wertvoll, wenn Sie Nachtstrom haben.

2. SONOFF S60ZBTPF — Günstiges Smart Plug mit Messung

Wenn Sie auch automatisieren möchten, ist das SONOFF S60ZBTPF (4er-Pack) eine gute Wahl im Budget-Bereich. Es funkt per Zigbee, misst den Verbrauch mit und lässt sich per Fernsteuerung über die eWeLink-App bedienen.

SONOFF S60ZBTPF Zigbee Smart Plug, Fernsteuerung, Energiemessung, Überlastschutz, eWeLink-App, Steckdose, 4er-Pack

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52,99 €

Stand 14.09.2026 · inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versand · maßgeblich ist der aktuelle Preis auf Amazon

+ App-Steuerung
+ Zigbee-Anbindung
+ Integrierte Strommessung
– Preis/Ausstattung im Vergleich zur Konkurrenz prüfen
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Sie können damit zeitliche Abschaltungen programmieren – etwa die Heizlüfter nachts, die Kaffeemaschine am Wochenende oder die Gaming-Konsole nach 23 Uhr automatisch ausschalten. Das spart Strom, den Sie sonst sinnlos in Standby versenken.

3. Shelly Plug M Gen3 — Matter-Option für mehrere Steckdosen

Wenn Sie mehrere Geräte gleichzeitig überwachen wollen und auf Matter setzen, ist dieses Smart Plug (4er-Pack) die ideale Wahl. Es lässt sich per WLAN einbinden und mit Alexa, Google Home oder Apple HomeKit verbinden – ganz ohne zusätzlichen Hub.

Shelly Plug M Gen3 Weiß - WLAN & Matter Smarte Steckdose, Leistungsmessung, 13A, 3000W, Zeitschaltuhr, Stecker, Smart Home Stecker, Alexa & Google, Apple HomeKit, Kein Hub Erforderlich (4 Stück)

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37,90 €

Stand 14.09.2026 · inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versand · maßgeblich ist der aktuelle Preis auf Amazon

+ 3000 W Leistung
+ App-Steuerung
+ WLAN-Anbindung
+ Matter-kompatibel
– Preis/Ausstattung im Vergleich zur Konkurrenz prüfen
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Die Investition lohnt sich, wenn Sie mehrere Geräte in Ihrem Haushalt energiesparend automatisieren möchten und über längere Zeit bleiben.

Monatliche Kosten einzelner Geräte selbst berechnen

Mit einem Zwischenzähler können Sie ganz leicht selbst ausrechnen, wie viel jedes Gerät im Monat kostet. Das ist die Formel:

Formel: (Wattzahl × Betriebsstunden pro Monat ÷ 1.000) × Stromtarif in Euro = Monatliche Kosten

Beispiel 1 – Kühlschrank: Ein moderner Kühlschrank zieht durchschnittlich 100 Watt. Er läuft 24 Stunden täglich = 24 × 30 = 720 Stunden pro Monat. (100 × 720 ÷ 1.000) × 0,35 Euro = 25,20 Euro pro Monat = etwa 302 Euro pro Jahr.

Beispiel 2 – Heimkino am Standby: Fernseher 8 Watt + Receiver 5 Watt = 13 Watt ständig. Das sind 24 × 30 = 720 Stunden. (13 × 720 ÷ 1.000) × 0,35 = 3,28 Euro pro Monat = etwa 39 Euro pro Jahr. Mit automatischer Abschaltung nachts: nur noch halb so viel.

Beispiel 3 – Wasserkocher (aktiv): Ein Wasserkocher zieht 2.000 Watt beim Kochen. Angenommen, Sie nutzen ihn täglich 10 Minuten. Das sind 10 × 30 = 300 Minuten = 5 Stunden pro Monat. (2.000 × 5 ÷ 1.000) × 0,35 = 3,50 Euro pro Monat = 42 Euro pro Jahr (aktive Nutzung). Der Standby-Verbrauch ist vernachlässigbar klein.

Nebenkosten besser verstehen dank Verbrauchsdaten

Mit echten Messwerten können Sie Ihre Nebenkostenabrechnung viel besser durchschauen. Besonders in Altbauten werden Fehler oft nicht bemerkt, weil Mieter die Werte gar nicht kennen.

Typische Fehler in Nebenkosten-Abrechnungen: Der Verbrauchswert passt nicht zu Ihrer Familie (zu hoch). Der Strompreis ist veraltet. Der Zähler wurde falsch abgelesen. Mehrere Wohnungen nutzen fälschlicherweise den gleichen Zähler.

So prüfen Sie:**
1. Schreiben Sie monatlich den Stand des Versorger-Zählers auf.
2. Parallel messsen Sie mit Ihrem Zwischenzähler die größten Stromfresser (Kühlschrank, Heizung).
3. Vergleichen Sie Ihre Messung mit der Abrechnung – die sollten in etwa passen (±10 % Abweichung ist normal).
4. Wenn Großabweichung: Schreiben Sie dem Vermieter und verlangen eine Zählerüberprüfung.

Diese Dokumentation ist auch wertvoll bei Auszug: Wenn der Vermieter zu hohe Nebenkostenrückzahlungen berechnet hat, können Sie mit Ihren Messwerten argumentieren.

Rechtliche Sicherheit: Was Sie wissen sollten

Ihre Position als Mieter: Steckbare Messgeräte gehören zum normalen Gebrauch der Mietsache – dafür brauchen Sie keine Erlaubnis. In den meisten Mietwohnungen haben Sie zudem einen eigenen Stromvertrag mit dem Versorger; der Vermieter ist dann gar nicht beteiligt. Wird Strom ausnahmsweise über die Betriebskosten abgerechnet, haben Sie das Recht, die Abrechnungsbelege einzusehen.

Der Vermieter: Kann Ihnen nicht verbieten, einen Zwischenzähler zu nutzen oder einen Smart Plug anzustecken. Das ist keine bauliche Veränderung.

Was nach dem Auszug zu tun ist: Nehmen Sie Ihre Messgeräte mit. Hinterlassen Sie keine Spuren an der Wohnung. Dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos (falls Vermieter später behauptet, Ihre Messgeräte hätten Schäden verursacht).

Dokumentation für Rechtsicherheit: Speichern Sie alle Messwerte, Fotos des Displays und Notizen zu Zeiten und Ablesungen. Das ist wertvoll, falls Sie später eine Nebenkosten-Abrechnung anfechten möchten.

Praktische Tipps zum Energiesparen in der Mietwohnung

1. Identifizieren Sie die größten Stromfresser: Mit dem Zwischenzähler ausmessen, welche Geräte am meisten kosten. Überraschung: Es sind oft nicht die offensichtlichen.

2. Schalten Sie Standby ab: Ein Smart Plug an Fernseher, Receiver, Spielekonsole und Heimkino-Anlage spart oft 50 bis 100 Euro pro Jahr – einmalige Investition im günstigen Preissegment.

3. Verstellen Sie nicht die Heizung: Das senkt den Wohnkomfort. Aber kleine Maßnahmen (Stoßlüften statt Fenster gekippt, Vorhänge nachts zu) helfen.

4. LED überall: Wenn erlaubt, tauschen Sie alle Glühbirnen gegen LED aus. Das spart etwa 80 % der Beleuchtungskosten.

5. Kaltwasser nutzen:** Dusche kalt, Händewaschen kalt – wenn Sie keinen Einstieg in den Warmwassertarif haben, sparen Sie hier massiv.

Zusammenfassung: Die beste Strategie für Mieter

Schritt 1 (günstiges Preissegment): Kaufen Sie den Brennenstuhl PM 231 E Zwischenzähler. Messen Sie eine Woche alle wichtigen Geräte durch (Kühlschrank, Heizung, Waschmaschine, Fernseher).

Schritt 2 (günstiges bis mittleres Preissegment): Identifizieren Sie die Top 3 Stromfresser. Kaufen Sie Smart Plugs dafür oder setzen Sie zeitgesteuerte Steckdosen ein (um nachts automatisch abzuschalten).

Schritt 3 (dokumentieren): Schreiben Sie monatlich den Zählerstand auf. So sehen Sie, wie viel Sie durch Einsparungen sinken lassen.

Schritt 4 (bei Bedarf prüfen): Wenn Ihre Messwerte deutlich unter der Abrechnung liegen, schreiben Sie dem Vermieter und fordern eine Zählerüberprüfung an.

Mit dieser simplen Strategie sparen viele Mieter 50 bis 150 Euro pro Jahr – oft ohne merkliche Komfortverluste.

Verwandte Ratgeber

Häufig gestellte Fragen

Darf der Vermieter mir verbieten, einen Zwischenzähler zu benutzen?
Nein. Ein Zwischenzähler ist ein Haushaltsgerät, das einfach in die Steckdose gesteckt wird – er verändert die Wohnung nicht und gehört zum normalen Gebrauch der Mietsache. Eine Zustimmung des Vermieters ist dafür nicht erforderlich. Beim Auszug ziehen Sie das Gerät ab und nehmen es mit.
Kann ich mit meinen Messungen meine Stromabrechnung überprüfen?
Als Anhaltspunkt ja. Zwischenzähler messen nur einzelne Geräte, nicht den gesamten Haushalt – ein exakter Vergleich mit der Jahresrechnung ist damit nicht möglich. Weichen Ihre Hochrechnungen aber deutlich von der Abrechnung ab, lohnt es sich, den Zählerstand des Hauptzählers regelmäßig zu notieren. Vermuten Sie einen Zählerfehler, können Sie beim Messstellenbetreiber eine Befundprüfung beantragen; stellt sich der Zähler als korrekt heraus, tragen Sie die Kosten der Prüfung.
Sind Messungen mit Smart Plugs für Mieter praktischer als Zwischenzähler?
Kommt drauf an. Zwischenzähler sind günstiger und brauchen kein WLAN. Smart Plugs ermöglichen aber Zeitschaltungen und automatische Abschaltungen – das ist intelligenter für Standby-Reduktion. Ideal: Ein günstiger Zwischenzähler zur Kontrolle + ein bis zwei Smart Plugs für die größten Stromfresser.
Wie dokumentiere ich Messungen sauber für später?
Schreiben Sie regelmäßig die Messwerte auf: Gerät, Messdauer, Anfangs- und Endstand, Datum. Idealerweise fotografieren Sie auch das Display (als Beweis). So haben Sie klare Nachweise, falls Sie Fragen zur Abrechnung haben. Speichern Sie diese Notizen mindestens für die gesamte Mietdauer.
Was ist mit Energiesparen als Mieter — lohnt sich das überhaupt?
Absolut. Wer seinen Verbrauch senkt, zahlt weniger Nebenkosten. Das kann im Jahr 50 bis 150 Euro sein. Dazu: Sparmaßnahmen wie das Abschalten von Standby-Geräten sind oft kostenlos. Ein günstiger Zwischenzähler zeigt Ihnen die schnelle Amortisationszeit – und das ist psychologisch wertvoll: Sie sehen selbst, wie schnell sich Maßnahmen rechnen.

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